Die "Ur"-Werkstatt

für Tanz, Musik, Theater, Malen und Werken

Diese Serie entstand von Oktober 1976 bis Januar 1977 und war Teil einer Photoreportage über "Die Werkstatt", Grafenberger Allee 330, in Düsseldorf.
(heute: tanzhaus-nrw)

- Carlos Trafic (November 1976)

DIE WERKSTATT für Tanz, Musik, Theater, Malen und Werken - im Parterre eines ehemaligen Verwaltungsgebäudes auf der Grafenberger Allee - begann ihre Arbeit im November 1974.

Das Programm der Werkstatt umfasst:
Kurse: laufen kontinuierlich; jede Woche ein bis zwei Stunden
Gruppen: arbeiten selbstständig an eigenen Ideen und Projekten
Workshops: finden meistens an Wochenenden statt (2-3 Tage) mit Gastlehrern aus der ganzen Welt, die sich auf ihrem jeweiligen Gebiet profitiert haben. Diese arbeiten und experimentieren mit einer begrenzten Teilnehmerzahl
Projekte: Entwicklung und Realisierung von Tanztheater, Bewegungstheater,
Masken- und Puppenspiel, etc.

Der gemeinsame Nenner aller Aktivitäten hat das Ziel ein Spiel- und Arbeitszentrum für Kinder Jugendliche und Erwachsene, die kreativ arbeiten möchten, allein oder mit anderen, zu bilden. In der Werkstatt sollen alle Gestaltungsbereiche angeboten werden, die in besonderem Maße Körper und Sinne ansprechen, also Bewegung, Tanzrhythmus, Theater, Pantomime, Musik, Malen, Werken…

Diese Bereiche sollen als vielfältiges Angebot nebeneinander stehen. Jeder kann sich orientieren, Erfahrung intensivieren, Ideen und Vorstellungen entwickeln. Man bekommt dabei Anregungen und Ergänzungen von den unterschiedlichsten Seiten.

An erster Stelle sind Uli Hoffmann und Peter Kreusch zu nennen, die für Organisation und Verwaltung verantwortlich sind. Uli Hoffmann kümmert sich um die Organisation der laufenden Kurse, während Peter Kreusch die jeweiligen Workshops organisiert. Im Laufe der Zeit hat er auch mit pädagogischer Arbeit im Bereich der einzelnen Theatergruppen begonnen.

Die übrigen Mitarbeiter sind Kursleiter der Kinder- und Erwachsenengruppen, die ein gestalterisches Gebiet wie zum Beispiel Tanz studiert haben, beziehungsweise dort auch ihren Beruf ausüben. Es wird Wert darauf gelegt, dass alle Pädagogen aus ihrer eigenen Tätigkeit heraus ein gestalterisches Medium vermitteln können und nicht etwa aus einem sozialpädagogischem Anliegen kreative Bereiche mit einbeziehen. Das findet seinen besonderen Ausdruck in den zahlreichen Workshops von Künstlern der internationalen Szene, die im Sinne der Werkstatt-Vorstellung etwas beitragen, und zu Wochenendveranstaltungen, aber auch Lehrgängen verpflichtet werden. Diese Künstlerpädagogen sind durch ihre eigene sehr extreme Stellung in der Kulturlandschaft weniger darauf aus die neuesten Techniken zu vermitteln, als vielmehr die persönliche Sensibilität jedes einzelnen Teilnehmers zu fördern. Dadurch bekommen manche Workshop-Teilnehmer Impulse, die ihr Leben miunter positiv beeinflussen können.

Einige der Workshop-Lehrer (z.B. Robert Solomon, Mustapha Tettey Addy, Luis Mijares) haben nach einigen Wochenend-Workshops begonnen in der Werkstatt Kurse anzubieten, die nun ständig laufen, mit dem Ziel ihre Ideen in kontinuierlicher Arbeit bis möglicherweise zu einem Tanz- oder Theater-Projekt weiterzuentwickeln. Zum Beispiel begann Robert Solomon, Tänzer und Choreograf, hier sein Projekt “Tanztheater”, weil er in der Werkstatt Menschen und Räume fand, die seinen Ideen entsprachen.

Es gibt Kurse für Kinder von 4-14 Jahren in akademischer Tanzausbildung, Musikmachen, Bewegung und szenisches Spiel, Malen, tänzerische Gymnastik, und Kurse für Jugendliche und Erwachsene von 15 Jahren an aufwärts in verschiedenen Formen des Tanzes und einige Theatergruppen.

Während die fortlaufenden Kurse meistens von Teilnehmern aus Düsseldorf besucht werden, ziehen die Wochenend-Workshops Teilnehmer aus der ganzen Bundesrepublik an.

- Anmerkungen von Werner Schmiedel, im Januar 1977



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